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Fresach - Thörl Maglern - Landskron - Ossiach - Tiffen
Der dritte Tourenvorschlag richtet sich gen Osten, mit einem Abstecher in den Süden, fast bis an die italienische Grenze. Zunächst geht es auf einem kleinen Sträßchen an den unteren Ausläufern der südlichen Mirnockhänge nach Fresach. Dort ragen verwirrenderweise sogar zwei Kirchtürme hoch auf; wir orientieren uns am ersten, gleich nach dem Ortseingang rechterhand, und biegen dahinter rechts ein. Zu Fuß entlang der Kirchhofsmauer bis zum Ein- gangstor des Nachbargrundstücks - nein, dort bekommt man nicht den Kirchen- schlüssel, da wollen wir diesmal gar nicht hinein - dort steht, ganz unauffällig, etwas Ungewöhnliches: das Toleranzbethaus.
Diesen Begriff hatten wir zum ersten Mal auf einem Schild entdeckt, als wir im Gegendtal durch die 'Einöde' fuhren - war es die 'Äußere Einöde'oder die 'Innere Einöde', und wieso stößt man gerade in solch ablegenem Winkel auf dieses schöne Wort? Toleranz ist ja nun leider etwas, das die verschiedenen Glaubens- bekenntnisse in unterschiedlichem Maße wenig entwickelt haben, bis in unsere Tage. Also vielleicht, überlegten wir, eine Stätte der Andacht und Besinnung, die von Anhängern verschiedenen Glaubens wechselweise genutzt werden kann? Falsch geraten - und zurück nach Fresach, denn dort erfährt man ganz ausführlich, was es denn auf sich hat mit den Toleranzbethäusern. Jedenfalls, wenn das dort eingerichtete 'Diozösanmuseum' geöffnet hat.
Es ist nur zugänglich, wenn der 'Herr Bischof' einen einläßt, und der wohnt gleich in der Nähe, so wird es uns im Dorf gesagt. Offiziell hat es donnerstags geöffnet (Mai bis September, Mittagszeit beachten), aber wir standen außerhalb der Ferienzeit dennoch vor geschlossener Tür. Doch das war kein Problem, der Herr Bischof zeigte sich gern bereit, sein 'Kind' vorzustellen. Da wird man nicht nur eingelassen, sondern bekommt dazu eine so detaillierte Vorlesung über die Geschichte des Protestantismus, daß Namen und Zahlen, aber auch viele             

Vom Toleranzbethaus zur Wehrkirche